Logo
Wildtierstation mit Gnadenhof
Hamburg - Bergedorf

Wir begegnen ihnen in Wassernähe in immer mehr Regionen Deutschlands – NUTRIA. 

Ursprünglich lebten Nutrias in den gemäßigten Klimazonen Südamerikas, wo sie heute unter Schutz stehen, nachdem sie in den 1980 Jahren fast ausgerottet waren. Heute leben Nutrias in fast allen deutschen Bundesländern und füllen bei uns eine ökologische Nische aus. Bei uns vorkommende Nutrias sind die Nachkommen entlaufener Tiere aus Pelztierfarmen. 

Die ersten freilebenden Nutrias wurden bereits zwischen 1880-1890 in Deutschland beobachtet. Die Nutrias haben in Hamburg seit Mitte der 1990er Jahre viele potentielle Lebensräume an und im Umfeld von stehenden und fließenden Gewässern, hauptsächlich in den Bezirken Bergedorf und Harburg, besiedelt. Die Nutrias halten die Uferbereiche von übermäßigen Bewuchs frei. Im Münsterland wurden sie dort deswegen speziell angesiedelt. Eine weitaus ökologischere und schonendere Gewässerpflege als die kosten-und zeitintensive maschinelle Pflege.Wie bei den meisten Wildtieren in der Stadt lässt sich die Frage nach der Anzahl der Tiere nicht genau festlegen; eventuell genannte Zahlen für das Stadtgebiet sind nur Schätzungen und belaufen sich nach neuestem Gutachten zwischen 8.591 bis 57.077 Tieren. Diese Zahlen sind stark schwankend, ungenau und somit nicht belastbar!

Nutrias werden zwar oft für Biber gehalten, doch im Gegensatz zu Bibern haben sie weiße Barthaare und hervortretende, sichtbare Ohren. Besonders leicht sind Nutrias von Bibern durch ihr charakteristisches Gebiss zu unterscheiden. Sie haben zwei sehr robuste Schneidezähne, die mit einem orangefarbenen Zahnschmelz überzogen sind. Die auffällige Farbe entsteht im Erwachsenenalter durch Eisenablagerungen, die den Zahnschmelz härter machen. Die Farbe ermöglicht Rückschlüsse über das Alter, die Geschlechtsreife und den Gesundheitszustand der Tiere: Bei Neugeborenen sind die Zähne noch hellgelb, während des Heranwachsens werden sie dunkelgelb, beim Erreichen der Geschlechtsreife verfärben die Schneidezähne sich in ein leuchtendes Orange bis hin zu einem hellen Rot. Bei älteren und kranken Tieren werden die Zähne wieder gelb. Zwischen den Zehen ihrer Hinterfüße haben Nutrias Schwimmhäute, ein Zeh ist jedoch freiliegend. Die Schwimmhäute machen sie zu ausgezeichneten Schwimmern. Die vorderen Pfoten bestehen aus fünf Zehen mit Krallen, mit denen sie geschickt Nahrung sammeln, Fellpflege betreiben oder Schilfnester bauen.

Am liebsten ernähren sich Nutrias vegetarisch. Blätter, Stängel und Wurzeln von Wasserpflanzen machen den Großteil ihrer Nahrung aus. Sie verbessern die Wasserqualität u.a. indem sie durch Verbiss der Vegetation den Sauerstoffgehalt anheben, Platz für Bodenbrüter schaffen und die Fischbestände erhöhen. Gelegentlich verspeisen Nutrias auch Schnecken, Würmer.

NUKI & NIKI

Nach vermutlichem Abschuss der Mutter und Geschwister kam erst Nuki ein kleines Nutriaweibchen mit knapp 1 Woche zu uns und wurde per Hand mit der Flasche aufgepäppelt. Zwei Monate später folgte dann Niki in ähnlichem Alter mit vermutlich gleichem Schicksal. Sie wird nun liebevoll von Schwester Nuki umsorgt und bekommt das Fläschchen.


Nutrias verdrängen sowohl Ratten, als auch Bisam in ihrem Territorium. Sie leben monogam, entweder paarweise oder in Familienverbänden von bis zu 12 Tieren. Die Töchter bleiben bei ihren Müttern, sodass die Gruppen hauptsächlich aus verwandten weiblichen Nutrias und einem erwachsenen männlichen Tier bestehen. Junge männliche Nutrias leben oft allein.

Nach sechs Monaten sind Nutrias geschlechtsreif. Nutrias bekommen normalerweise 4 bis 6 Babies, die sie 130 Tage lang austragen. Bei der Geburt sind die Nutriababys weit entwickelt; sie sind komplett behaart und haben die Augen bereits geöffnet. So können sie bereits wenige Stunden nach der Geburt das erste Mal zum Schwimmen ins Wasser gehen. Jedoch säugt die Mama ihre Kinder etwa zwei Monate, danach gehen sie selbst auf Nahrungssuche. Die Zitzen der Mutter liegen besonders hoch an den Seiten des Körpers – so können die Kleinen sogar gesäugt werden, während die Familie im Wasser schwimmt. Denn so befindet sich die Nasenspitze immer über der Wasseroberfläche und die Babys können atmen, während sie trinken.

Nutrias haben einen ausgezeichneten Gehör- und Geruchssinn, womit sie sich hauptsächlich orientieren, weil sie sehr schlecht sehen. Wegen der schwachen Sehkraft sind Nutrias eher ängstliche und vorsichtige Tiere. Insgesamt zeichnen sich Nutrias durch ein sanftes Gemüt aus. Gegenüber größeren Tieren und Menschen verteidigen Nutrias, wie alle Tiere, ihren Nachwuchs, wenn sie Angst um ihre Babys haben.

Wenn alle Bedingungen stimmen, können Nutrias über zehn Jahre alt werden. Mit dem Wetter in unserer Klimazone kommen Nutrias gut zurecht, aber sehr kalte Winter überleben die Tiere normalerweise nicht. Bei Kälte erfrieren ihnen die empfindlichen Schwimmhäute zwischen den Zehen und der ungeschützte nackte Schwanz. Außerdem können Nutrias im Wasser unter geschlossenen Eisdecken die Orientierung verlieren und ertrinken. Gibt es starken, langanhaltenden Bodenfrost, kommen Nutrias außerdem nicht an die Wurzeln der Ufervegetation heran. Wenn jedoch mehrere sehr milde Winter aufeinander folgen, können sich einzelne Bestände halten und vergrößern. 

Dort wo die Tiere regelmäßig und stark gefüttert werden, können räumlich begrenzte hohe Populationsdichten - also sehr viele Tiere auf engem Raum - auch unabhängig von der Witterung und dem natürlichen Nahrungsangebot, über längere Zeiträume auftreten. Dadurch kann es zu Schäden vor allem in Gärten und in Böschungsbereichen bzw. Uferbereichen der Flüsse und Kanäle kommen. Außerdem werden häufig Ängste vor den Tieren selbst und vor Krankheiten geschürt. Von einer "Nutriaplage" und Schäden, die erheblich die öffentliche Sicherheit gefährden, kann aber keine Rede sein. Punktuell können sich durch menschliche Hilfe vor allem innerhalb des Stadtgebietes dichte Populationen bilden und auch über längere Zeiträume halten.

Im Normalfall regulieren sich Nutriabestände alleine: Kaltes Wetter und knappes Nahrungsangebot führen zum Rückgang der Populationen. Zudem ist das Nutria als eines von wenigen Tieren auf der Welt in der Lage selbständig einen Abort (Abtreibung) herbei zu führen.

Zum Teil wird die Bejagung von Nutrias damit begründet, dass die Tiere beim Bau ihrer Höhlen Schäden an Ufern verursachen. Nutrias nutzen gerne alte Nester von Wasservögeln als Ruheplatz und verwenden bereits vorhandene Uferüberhänge und Höhlen, in denen ihre Gänge durchschnittlich nur zwei bis drei Meter lang sind. Das Umweltbundesamt merkt an, dass die Untergrabung einer Böschung oder die Überschwemmung einer Aue in der Zeit der Renaturierung von Gewässern nicht unbedingt als Schaden angesehen werden sollte [9]. Wenn es zu Uferschäden und zum Einstürzen des Bodens kommt, sind normalerweise nicht allein die Nutriagänge schuld.

Nach dem Bundesjagdgesetz gehören Nutrias nicht zum „jagdbaren Wild“ und dürfen somit auch nicht im Rahmen des „Jagdschutzes“ erlegt werden. In einzelnen Bundesländern gibt es aber Sondergenehmigungen zum Fang in Lebendfallen und dann Abschuss, zum Beispiel ganz neu auch in Hamburg. Es ist die Frage, ob dies immer so notwendig und unablässig ist, oder ob man eben nicht auch einen anderen Weg einschlagen kann. Italien macht es vor mit einem Sterilisations-/Kastrationsgesetz. Daher plädieren auch wir zu dieser Vorgehensweise und kämpfen dafür! Siehe Anhänge offener Brief an den Umweltsenator und Fragenkatalog zum Massnahmenkonzept der BUKEA (Naturschutzbehörde). 

Das sind wir

LOOKI e.V. Verein zur Tierrettung
Igel- und Wildtierstation Hamburg-Bergedorf

Pollhof / Eschenhofbrücke 3 * 21029 Hamburg
Tel:  0163-6251255     
E-Mail: looki.tierrettunggmail.com
Web:www.wildtierstation-bergedorf.de und www.looki.info

Unser Spendenkonto

Hamburger Sparkasse
IBAN: DE10200505501085213930
BIC: HASPDEHHXXX

oder

direkt über PayPal

News & Aktuelles

Besucht uns auf Facebook und Instagram

Screenshot_2022-01-11_at_18-41-09__5__LOOKI_e_V_-_Verein_zur_Ti

© 2017 - 2023 by LOOKI e.V. - Verein zur Tierrettung - Unser Tierschutzverein ist als gemeinnütziger Verein anerkannt.